Die Autorin

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Ich werde oft gefragt, wie ich denn dazu gekommen bin, ausgerechnet Groschenromane zu schreiben. Die Antwort ist einfach: Ich liebe diese kurzen kleinen Liebesgeschichten, bei denen immer sofort klar ist, wer gut und wer böse ist. Sie sind nicht kompliziert, lassen keinen Raum für Interpretationen und sind deshalb idealer Stoff zum Abschalten. Schon meine Urgroßmutter Sophie war diesen Geschichten verfallen. Sie hatte auch allen Grund, ihrem Alltag als Bauersfrau im ländlichen Württemberg zu entfliehen. Drei Kinder zog sie groß, betrieb neben der Landwirtschaft ein Wirtshaus und die örtliche Postfiliale. Dem Vernehmen nach war Gottlob, ihr Mann, redlich und fleißig. Und auch wenn er abends in der Gaststube manchmal zu tief ins Glas geschaut hatte, wurde er nicht übermäßig ausfällig. Trotzdem glaube ich nicht, dass in Sophies Leben viel Platz war für Romantik.

Mit meinem ersten Groschenroman (“Liebe auf Gut Ihringheim”) habe ich schon vor mehr als zehn Jahren angefangen. Es war die Zeit als meine Tochter gerade geboren war und ich für einige Zeit Mutter und Hausfrau war. Keine sehr schöne Zeit im Rückblick. Darf man ja kaum sagen, sonst gilt man gleich als Rabenmutter. Aber ich habe die Redaktion vermisst, in der ich damals gearbeitet habe. Meine Kollegen, die ständigen Debatten über alles Mögliche und natürlich und in erster Linie das Schreiben. Ich schreibe für mein Leben gern, was übrigens der Grund dafür war, zur Zeitung zu gehen. Also hab eich kurzerhand den Laptop genommen und angefangen über die Tierärztin Angelika und den jungen Grafen Georg zu fabulieren, die sich auf dem Pferdegut der von Ihringheims kennen und lieben lernen. Der Kitsch triefte aus jeder Zeile und je mehr es triefte, umso mehr habe ich mich gefreut. 30 Seiten hab ich voller Elan geschrieben, ein Exposé angefertigt und die gängigen Verlage kontaktiert. Sie können sich denken, dass dort niemand auf mein Manuskript gewartet hat; wenn überhaupt eine Rückmeldung kam, dann war es eine Absage. Aus meinen Autorinnenträumen wurde zunächst nichts, denn damals war an Selbstverlegen nicht zu denken. Zehn Jahre später habe ich mich erinnert an die angefangene Geschichte von Angelika und Georg und war der Meinung, dass sie unbedingt zu Ende erzählt werden müsste. Veröffentlicht habe ich sie auf einem Blog – als Fortsetzungsroman. Zwischenzeitlich sind sechs weitere Groschenromane dazugekommen. Vier von ihnen sind als Ebooks erschienen.

Meine Zeit als Redakteurin ist mittlerweile vorbei. Aus vielerlei Gründen habe ich den Beruf aufgegeben. Schweren Herzens, wie Sie sich vorstellen können. An meiner Einstellung hat sich nichts geändert: Ich bin und bleibe Journalistin, auch wenn ich nicht mehr als solche arbeite. Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich nach, wieder und wieder, bis alle Welt rechtschaffen genervt ist. Und wenn ich das, was ich dann verstanden habe, blöd finde, sage ich es. Wahrscheinlich werde ich mein Lebtag als Revoluzzer gelten oder als die, die immer nur motzt. Ist mir aber egal. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn Leute, die es eigentlich besser wissen müssten, sich nicht klar ausdrücken. Meistens haben sie dann nämlich was zu verbergen. Und das kann ich noch weniger leiden.

Womit wir wieder bei den Groschenromanen wären. Die sind so schön klar. Natürlich gibt es auch in diesen romantischen Geschichten Missverständnisse, aber am Ende lösen sie sich immer auf. Die Verliebten kriegen sich, die Bösen werden entlarvt und alles wird gut. So mag ich’s. Oder wie ein mir bekanntes Mädchen einst sagte: Wenn es keine bösen Menschen gäbe, wären wir frei!

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